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Bürgermeister
21Feb

Grüne fehlen: CDU und Freie Wähler beerdigen Verkehrskonzept

  

Das Positive vorneweg: 99,8% der Verwaltungshaushalts-Summe war bei der jüngsten Haushaltsdebatte unbestritten.

Bei den restlichen 0,2%, bei denen der Bürgermeister eigene Akzente setzen wollte, setzte der Verwaltungsausschuß den Rotstift an. Das betraf u.a. auch das vom Bürgermeister vorgeschlagene Mobilitätskonzept/Verkehrszählung mit Analyse des Ziel- und Quellverkehrs in Höhe von 15.000 Euro.

CDU und Freie Wähler haben geschlossen dagegen gestimmt. Alexander Billmaier (CDU) schrieb dazu als Begründung: “(…)  Ausschlaggebend waren ausschließlich die Sorge um eine solide Finanzbasis unseres Heimatorts und die Einhaltung geltender Beschlüsse des Gemeinderats (…)”.

Sind also 15.000 Euro – oder 0,07 % des Verwaltungshaushalts – eine Gefahr für die solide Finanzbasis von Bad Schönborn? Wie wollen die CDU und die Freien Wähler Verkehrssicherheit und Lärmschutz entlang unserer Hauptstraßen planen und finanzieren (lassen) ohne als Grundlage über aktuelle Zahlen und Fakten zu verfügen?

Und wie sieht es mit dem geltenden Gemeinderatsbeschluß aus dem Jahr 2009 aus, wonach die Verwaltung aufgefordert wird, ein Gesamtverkehrskonzept für den ruhenden und fließenden Verkehr zu erstellen? Auf Basis von welchen Zahlen und Fakten soll die Verwaltung denn bitte dieses Verkehrskonzept realisieren (lassen)?

Wieso haben CDU und Freie Wähler nicht einen geänderten Antrag eingebracht, wenn ihnen der Umfang des vorgeschlagenen Gutachtens zu gering erschien? Wer ständig daran erinnert, dass der Gemeinderat das “Hauptorgan der Gemeinde” ist, sollte eben dieses Recht auch tatsächlich einsetzen, um die Verwaltung anzuleiten.

So haben die Freien Wähler noch im Dezember folgendes zum Thema Verkehrszählung publiziert: “(…) erklärte er (der Bürgermeister) uns – privatissimo, nicht im Rahmen einer ordentlichen GRS (Gemeinderatssitzung) – was er mit dieser Verkehrszählung überhaupt bezweckt, wie diese ablaufen soll, und was das ganze kosten würde. Wir waren damals sehr erstaunt, hatte dies doch mit dem ursprünglichen SPD-Antrag wenig zu tun und einige von uns hätte dem sogar zustimmen können, wenn wir vorher darüber aufgeklärt worden wären. (…)” Wo sind diese Stimmen der Freien Wähler am letzten Dienstag geblieben?

Interessant ist es zu beobachten, dass die Vertreter von CDU und Freie Wähler im Kreistag kein Problem mit Kosten von 30 Millionen Euro für eine 5-Kilometer Straße haben. Dies bei einem  Schuldenstand des Landkreises von über 100 Millionen Euro. Zum Vergleich: für Kosten von 0,015 Millionen Euro fallen in Bad Schönborn schon Sätze wie “Das gilt für den Finanzbereich natürlich in besonderer Weise. Wir tragen nicht nur Verantwortung für die Gegenwart. Vielmehr müssen wir die solide Basis für kommende Generationen schaffen, damit sie ihre eigene Zukunft selbst gestalten können. (…) Der Haushaltsentwurf der Verwaltung sah einige Kostenpunkte vor, denen wir unter dieser Maßgabe nicht zustimmen konnten.”.

Bedenklich ist auch, dass dann der SPD-Gemeinderat Hans Schindler, der während der Sitzung Sachanträge gestellt hat, dafür von der CDU und den Freien Wählern regelrecht an den Pranger gestellt wird: “Es gibt Spielregeln, die sind zwar nicht aufgeschrieben, aber an diese müssen Sie sich halten” oder “Das ist reiner Populismus, was Sie da machen” war da von empörten Gemeinderäten zu hören. Sachanträge zu einem Verhandlungsgegenstand zu stellen, ist aber das selbstverständliche Recht eines jeden Gemeinderats.

Die anwesenden Bürger haben bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung ein Interesse über das Pro und Kontra informiert zu werden. Die vorherigen Gespräche im nicht-beschliessenden Ausschuß sind ja nicht-öffentlich. Ob ein Antrag im Einzelfall Sinn macht, falls man selbst in den vorangegangenen Ausschußsitzungen tatsächlich nichts gesagt hat, muß jeder Gemeinderat für sich entscheiden.

Eine Bitte haben wir noch an unseren Bürgermeister Klaus-Detlev Huge: bitte führen Sie klare Besprechungs- und Entscheidungswege für die Anträge der Verwaltung und der Gemeinderäte ein. Es kann nicht sein, dass Gemeinderäte sich einfach auf das Argument “Verfahrensweg nicht eingehalten” zurückziehen können, um an sich sinnvolle Anliegen zu beerdigen. Dies ist leider ein weiteres Mal geschehen.

 

15Jan

Beschwingter Start ins politische Jahr 2012

  

Gut 50 Mitgliederinnen und Mitglieder sowie Freunde von Bündnis 90 / Die Grünen aus den Gemeinden des Landkreises läuteten bei Sonnenschein das politische Jahr 2012 ein. Eingeladen hatten der Kreisvorstand Karlsruhe-Land und der Ortsverband Bad Schönborn.

Ein großer Dank geht an Familie Metzger vom Hotel Waldparkstube für die Gastfreundschaft. Sie bereiteten genau den richtigen Mix an Getränken und Leckereien für uns vor.

Johannes Bischoff, Jörg Richter, Kevin Schlindwein, Steffen Dengler sowie Tobias Bischoff von der Band Kauwela wählten die richtigen Souligen Boom Boom Funk Stücke für einen beschwingten Start ins Jahr aus. Auch hierfür ein großes Lob!

Kreisrätin Birgit Rösner sprach in ihrer kurzen Begrüssung einige der Bad Schönborner Verkehrs-”Baustellen” an: fehlendes Verkehrskonzept, mangelhafte Planung der Umgehungsstraße sowie Ausbau des Nahverkehrs.

Bürgermeister Klaus-Detlev Huge bezog sich in seinem Grußwort auf seine – wie ich fand: gelungene – heutige Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde. In dieser Rede hatte er die Aufgabe des Bürgermeisters im Kern auf die eines “Dorfältesten” herausgehoben: 1) Beitrag für eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Bevölkerungsteilen und 2) Sicherheit für die Bürger vor Ort. Er begrüsse es, dass sich die Grünen als politische Kraft wieder im Ort engagieren, schloß er unter viel Applaus.

Landtagsabgeordneter Manfred Kern aus Schwetzingen stellte in seiner Rede die wichtigsten politischen Projekte und Herausforderungen der neuen Landesregierung sowie seine eigenen Schwerpunkte vor. Die abwechslungsreiche Rede wird an dieser Stelle nachgeliefert.

Moderiert wurde der Nachmittag von Kreisvorstandsmitglied Gabi Aumann aus Bruchsal.

Besten Dank daher ebenfalls an sie, an alle anwesenden Kreisvorstandsmitgliedern sowie den ebenfalls anwesenden MdL Alexander Salomon sowie Landesvorstandsmitglied Jörg Rupp!

29Okt

Es ist wichtig im Gespräch zu bleiben

  

Das war eine der zahlreichen Schlußbemerkungen zum Diskussionsabend mit Bürgermeister Klaus-Detlev Huge.

“Sehr informativ”, “Klasse, dass er sich Zeit genommen hat”, “viel Neues erfahren”, waren weitere Fazite der Teilnehmer am Donnerstagabend. Der Abend stand unter dem Motto “Politik beleben, Bürger beteiligen: was kann Bad Schönborn dafür tun?”.

Das Gespräch im Kreis von interessierten Bürgerinnen und Bürgern gehört sicher zu den Stärken des neuen Bürgermeisters Klaus-Detlev Huge. Er stellte im wesentlichen fünf Vorhaben für mehr Bürgerbeteiligung vor:

  1. Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit. Dazu werde in Kürze der Umsetzungsbericht veröffentlicht, so Bürgermeister Huge. In der Diskussion kreisten die Fragen darum, wie die Raserei auf den Straßen im Ort eingedämmt werden könnte und wie der Ort fahrradfreundlicher gestaltet werden könnte.
  2. Sanierungsverfahren Ortskern und Kurgebiet Langenbrücken. Am Samstag, den 19. November, werde von der TU Darmstadt ein Workshop für interessierte Bürger angeboten. Am Donnerstag hätten 28 (!) Studenten von Professor Julian Wékel die Feldarbeit aufgenommen. Das Interesse der Studenten an der Arbeit unter dem Titel “Kurorte im Wandel: Aktivierung und Neugestaltung der Ortsmitte in Kooperation mit lokalen Verantwortlichen, Bürgern” sei sehr hoch.
  3. Die Arbeiten am Energie- und Klimaschutzkonzept würden ebenfalls von der Energieagentur des Landkreises zusammen mit interessierten Bürgern durchgeführt werden. Der Auftrag befinde sich z.Z. in Abstimmung. Gerade bei den Investitionsvorhaben sei es wichtig, die Bürger mitzunehmen, so Bürgermeister Huge.
  4. Eine längere Diskussion gab es auch beim umstrittenen Vorhaben “Neubau K3575 als Umgehungsstraße”. Für alle Diskussionsteilnehmer sei dies ein Gegenbeispiel für gelungene Bürgerbeteiligung. Es sei wenig unternommen worden, um die Betroffenheit zu verringern. Jetzt werde nur noch der “Schwarze Peter” zwischen Gemeinde, Landkreis, Regierungspräsidium und Land hin und her geschoben, so Kreisrätin und Ortsvorsitzende Birgit Rösner.
  5. Am 1. Januar 2011 habe die Gemeinde Bad Schönborn ihren 40ten Geburtstag gehabt. Dieses Jubiläum sei nicht gefeiert worden. Dies sei für ihn nur eines des Symptome, die zeigen, dass es wichtig sei, gemeinsam ein Bild zu entwickeln, wo die Gemeinde stünde und wohin sie sich in den nächsten 10-15 Jahren entwickeln sollte. Daher würde er sich sehr freuen, wenn es gelänge, im Rahmen einer Zukunftskonferenz im nächsten Jahr mit allen wichtigen Gruppen und interessierten Bürgern ein Leitbild zu entwickeln. Die Zukunftskonferenz werde von erfahrenen neutralen Moderatoren geführt und biete das geeignete Umfeld um an einem Wochenende die Positionen der anderen Gruppen zu verstehen und gemeinsam an einem umsetzbaren Leitbild zu arbeiten. Die Entscheidung über das Leitbild sei dann dem Gemeinderat vorbehalten.

Im Ausblick wies der Ortsvorsitzende Felix Harling auf den nächsten Info-Abend am Donnerstag, den 24. November 2011, um 20 Uhr im Hotel Waldparkstube in Mingolsheim hin. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Raufelder wird Argumente für den Ausstieg aus dem Projekt Stuttgart 21 vortragen und für Fragen Red und Antwort stehen. Also, bitte vormerken!

Ein großer Dank geht auch an Vincenzo Cipollina, unser Gastgeber von der Buch- und Weinhandlung “Ars Legendi”. Dein Laden ist auch eine sehr gut geeignete “Bürgergesprächs-Handlung”!

25Okt

Am Donnerstag: Bürgermeister Klaus Detlev Huge zu Gast bei den Grünen

  

Ort/Zeit:

Buch- und Weinhandlung Ars Legendi, Huttenstr. 3, Bad Schönborn-Langenbrücken

Donnerstag, den 27. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Agenda:

Der Ortsverband Bad Schönborn lädt alle Mitglieder/-innen und Sympathisant/-innen zu einem Diskussionsabend ein.

1. Apéro mit Austausch von Neuigkeiten aus Bad Schönborn und Umgebung
2. Ideen sammeln für eine bürgernahe Planung, z.B. auf Grundlage des jüngsten Erörterungstermins
3. Bürger mehr beteiligen: was ist in Bad Schönborn konkret geplant? Bürgermeister Klaus Detlev Huge gibt Antworten
4. Fragerunde an den Bürgermeister
5. Ausblick auf den Abstimmungskampf „JA zum Ausstieg aus Stuttgart 21“

Wir freuen uns!
Birgit Rösner und Felix Harling

26Jul

Denken und Handeln nicht verbieten lassen

  

Pressemitteilung 03/2011

Der Ortsverband Bündnis 90 / die Grünen Bad Schönborn zeigt sich enttäuscht über das Verhalten einiger Gemeinderäte und des Alt-Bürgermeisters Rolf Müller. Es ist entgegen allen Regeln der Fairness und des Anstands, wenn der neue Bürgermeister innerhalb der ersten 100 Tage derartig angegriffen wird.

„Es ist gut einen Bürgermeister zu haben, der sich das Nachdenken nicht verbieten lässt und bereit ist, neue Wege insbesondere in der Bürgerbeteiligung zu gehen.“, sagte die erste Vorsitzende Birgit Rösner. „Es müsste doch jedem in der Gemeinde klar sein, dass es nach 16 Jahren Bürgermeister Rolf Müller Veränderungen in der Gemeinde geben wird“, ergänzte der zweite Vorsitzende Felix Harling.

Angesichts der verfahrenen Lage um die Umgehungsstraße, der gespaltenen Lager in der Gemeinde und des Politikwechsels im Lande, darf es doch niemanden verwundern, wenn ein Bürgermeister auch darüber nachdenkt, wie eine für alle einvernehmliche Lösung aussehen könnte. Wer sich darüber ereifert, möchte das (Nach-)Denken verbieten.

Alle Gemeinderatsfraktionen hatten vor rund zwei Jahren zugestimmt, ein Verkehrskonzept zu erstellen. Die für ein derartiges Konzept erforderliche Datengrundlage ist aber unter Alt-Bürgermeister Rolf Müller nie erarbeitet worden. Deshalb begrüsst es der Grüne Ortsverband, dass der neue Bürgermeister Klaus Detlev Huge hier für Fakten sorgen will. Nichts anderes hatte er vor der Wahl versprochen, selbst der unterlegene Kandidat Bernhard Böser von der CDU hatte sich für eine derartige Verkehrszählung öffentlich ausgesprochen.

Der Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen Bad Schönborn ruft alle Beteiligten auf, den Wählerwillen zu respektieren und gemeinsam für Bad Schönborn zu arbeiten.

P.S. es spricht für sich, wenn an der heutigen Bürgerversammlung zum Thema “Verkehrssicherheit bei Schulen, Schulwegen und Kindergärten” weder ein Gemeinderat von der CDU (9 Gemeinderäte) noch von den Freien Wählern (8 Gemeinderäte) anwesend ist.

18Mai

Auf eine gute Zusammenarbeit Herr Huge!

  

Der Ortsverband Bad Schönborn von Bündnis 90 / Die Grünen hat unserem neuen Bürgermeister Klaus Detlev Huge herzlich zur offiziellen Vereidigung und Verpflichtung gratuliert. Die drei Themen, die Klaus Detlev Huge in seinem ersten Jahr als Bürgermeister vorantreiben will, können wir voll unterstützen.

Als Anregung für die Themen für das zweite Jahr hat ihm der Ortsverband Bad Schönborn das Buch von Boris Palmer “Tübingen macht blau” geschenkt. Zu bestellen zum Beispiel über die Buchhandlung ars legendi in Langenbrücken oder über die Buchhandlung “Kreuz und Quer” in Mingolsheim.

Das Konzept “Zeozweifrei” des Landkreises Karlsruhe bietet ebenfalls eine gute Grundlage für die Gemeinde Bad Schönborn Aktivitäten für den Klimaschutz zu starten. Insofern möchten wir der Rede des Landrats Christoph Schnaudigel deutlich widersprechen: es wäre wichtig, dass unser neuer Bürgermeister sich nicht nur auf Bad Schönborn konzentriert, sondern auch dazu beiträgt, die guten Konzepte des Landkreises Karlsruhe und des benachbarten Rhein-Neckar-Kreises vor Ort umzusetzen.

So, ist es z.B. beim Vorhaben des Landkreises den Anteil des Radverkehrs zu verdoppeln bis auf die Ankündigung vom Mai 2010 sehr ruhig geworden. Den Radtourismus zu fördern ist die eine Sache. Die Nutzung des Fahrrades im Alltag zu fördern eine andere.

12Jan

Vorschläge für den Neujahrsempfang 2012

  

Wer zum ersten Mal an einem Neujahrsempfang teilnimmt, wird sich freuen Bekannte anzutreffen und neue Gesichter kennenzulernen, ein wenig hier und ein wenig dort zu plaudern, die kleinen Appetitanreger zu probieren und auf das neue Jahr anzustossen. Besten Dank an alle, die diesen Empfang organisiert haben!
Nichts ist aber so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte. Hier ein paar Vorschläge:

  • Das Jahr mit allen engagierten Bürgern beginnen. Es waren bei weitem nicht alle ehrenamtlichen Helfer eingeladen, die z.B. zum Gelingen der Tour de Ländle oder des Kraichgau Triathlons beigetragen haben.
  • Die Reden sollten alle so kurz und knackig sein, wie die von Anneliese Wendling aus Niederbronn-Les-Bains oder die Dankesrede von Helmut Kramer. Wieso dauert der Redeteil fast zwei Stunden? Die Teilnehmer sind doch v.a. zum Miteinander reden gekommen.
  • Anstatt mit Wirtschafts-Prozentzahlen abstrakt zu jonglieren, hätte man einen der vorbildlichen einheimischen Handwerker oder Kleinunternehmer reden lassen können, der durch den Verzicht auf Kündigungen auch in den Krisenmonaten zu seiner Belegschaft gehalten hat.
  • “Nach vorne schauen” sollte das Motto der Reden sein. Es ist unverständlich, wieso Bürgermeister Rolf Müller einen Teil der Bevölkerung Bad Schönborns als “Wutbürger” angreift. Spätestens beim Satz “… Der Wutbürger buht, schreit, hasst.” hätte ihm auffallen sollen, dass er seine Mitbürger in eine Schublade steckt, die einfach nicht passt (er hat aus dem Essay “Der Wutbürger” von Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit vorgelesen).

Bild von hounombrellonelculo (Creative Commons Lizenz beachten)

13Dez

Der Bürgermeister setzt sich durch

  

Was hat die Debatte um die Stellungnahme der Gemeinde zur Entlastungsstraße K3575neu an der Gemeinderatssitzung vom 7. Dezember gezeigt?

  • Alle Gemeinderäte befürworten grundsätzlich die Umgehungsstraße und haben im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens jetzt für eine positive Stellungnahme der Gemeinde Bad Schönborn gesorgt
  • Alle Gemeinderäte lehnen gleichzeitig die Umgehungsstraße auf der Grundlage der aktuellen Trassenplanung des Landkreises ab, da wesentliche Einwendungen aus dem Jahr 2004 nicht berücksichtigt wurden.
  • Die Gemeinderäte vertrauen darauf, dass das Landratsamt die Planung noch einmal deutlich überarbeitet. Dies obwohl:
    • das Landratsamt in den vergangenen fünf Jahren lediglich eine der vier wichtigen Einwendungen umgesetzt hat
    • der Brief des Landrats vom 6. Dezember 2010 klar und deutlich zu verstehen gab, dass es keine weiteren Planungsänderungen geben wird
    • die Stellungnahme der Gemeinde nicht an den Landkreis sondern an das Regierungspräsidium Karlsruhe gerichtet ist
  • Alle Gemeinderäte haben darauf verzichtet ihre Zustimmung zum Bau der Ortsumgehung zu verknüpfen
    • mit Maßnahmen, um die Lebensqualität der Anwohner der Hauptstraßen sofort zu verbessern
    • mit der Zustimmung zur einer Gesamtverkehrsplanung für Bad Schönborn
    • mit der Zustimmung zu einer Planung und Finanzierung der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für Langenbrücken und Mingolsheim
  • Weder der Bürgermeister noch der Gemeinderat haben neue Punkte in die Liste der Einwendungen der Gemeinde aufgenommen. Wichtige Punkte zur mangelhaften Rechtfertigung der Straße, die z.B. das Aktionsbündnis www.K3575-Initiative.de in den vergangenen Monaten aufgeworfen hat, wurden damit ignoriert. Das Engagement der Mitbürger wurde zudem vom Bürgermeister in seiner “Brandrede” immer wieder unsachlich angegriffen. Wie soll mit dieser Einstellung im Dialog mit allen Beteiligten eine für die Mehrheit der Menschen in Bad Schönborn tragbare Lösung gefunden werden?
  • Zu diesem wichtigen Vorhaben hat keine frühzeitige Information der Einwohner nach §20 Abs. 2 und keine Bürgerversammlung nach §20a der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg stattgefunden. Kein anwesender Gemeinderat wies den Bürgermeister auf dieses Manko an Bürgerbeteiligung hin. Was die rund 100 anwesenden Bürger an diesem Abend zudem erlebten, war leider eine reine “Zuschauer-Demokratie”.
  • Der Bürgermeister hat den Planfeststeller als Schlichter (“Heiner Geissler des Verfahrens”) verkauft. Niemand verbesserte ihn in dieser Debatte. Der Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren ist aber leider keine Veranstaltung, wo Befürworter und Gegner auf Augenhöhe ihre Argumente austauschen. Das wird jeder Einwender im nächsten Frühjahr erleben.
  • Interessant ist auch, dass Bürgermeister Jürgen Heß via BNN im nach hinein abstreitet, von Bürgermeister Rolf Müller als “Überraschungsgast” zur einer Präsentation seiner Stellungnahme eingeladen worden zu sein (der “Überraschungsgast” war ja der Grund wieso der wichtigste Tagesordnungspunkt nicht als erstes behandelt werden konnte).

Fazit:

  • Bürgermeister Rolf Müller hat sich Kraft seines Amtes und mit taktischem sowie rhetorischem Geschick durchgesetzt und mit der positiven Stellungnahme sein Gesicht im Kreistag gewahrt.
  • Aus strategischer Sicht wichtig: die Mehrheit des Gemeinderates ist nicht mehr bereit jeden Preis für die Entlastungsstraße zu zahlen (“sparsame Haushaltsführung”) und erwartet ein weites Entgegenkommen des Landkreises.
  • Nicht zukunftsorientiert: ein Vorgehen, Ortsumgehungen nur mit Verkehrsberuhigung im Paket und auf Basis von aktuellen Verkehrszählungen und eines lokalen Verkehrskonzepts durchzuführen, findet (noch) kein Gehör – weder bei der Gemeinde noch bei den Gemeinderatsfraktionen
  • Soviel steht fest: Die Themen Bürgerbeteiligung und Verkehrsplanung werden den Bürgermeisterwahlkampf maßgeblich beeinflussen. Der nächste Bürgermeister wird u.a. dafür sorgen müssen, den Dialog zwischen allen Beteiligten auf Augenhöhe zu ermöglichen.
05Dez

Spannende Gemeinderatsitzung steht am Dienstag (7. Dezember) an

  

Da der Bürgermeister bei der letzten Gemeinderatssitzung vor mehr als 200 Bürgern eine Abstimmung über die Stellungnahme der Gemeinde zur geplanten Umgehungsstraße verhindert hat, steht dieses Thema wieder als TOP 8 auf der Tagesordnung.

Alle, die an einer Entscheidung zu diesem Thema interessiert sind, sollten bitte am Dienstag um 19.00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Bad Schönborn Mingolsheim sein.

Zuvor werden die Gemeinderäte über folgende Themen beschliessen:

    TOP 1: Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kraichgauhalle
    TOP 2: Termin für die Kandidatenvorstellung der Bürgermeisterwahl
    TOP 3: Wasserversorgung (Gebührensätze)
    TOP 4: Friedhöfe (Gebührensätze)
    TOP 5: Wahlbezirkseinteilung und Wahlvorstände (Landtagswahl)
    TOP 6: Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 2011 (Entwurf)
    TOP 7: Einführung eines Car Sharing Systems in Bad Schönborn
    TOP 8: Endgültige Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren K3575
Leider verzichtet der Bürgermeister auf eine Bürgerfragestunde nach §33 Abs. 4 der Gemeindeordnung. Das darf aber nach dem Verlauf der Gemeinderatssitzung vom 23. November niemanden mehr überraschen. Bei “Information & Kommunikation” wird der neue Bürgermeister in 2011 einiges nachzuholen haben.
27Nov

K3575 Umgehungsstraße: Die Positionen der Parteien in Bad Schönborn

  

Überraschung am letzten Dienstag: die Mehrheit des Gemeinderats lehnt die geplante Trasse ab. Der Bürgermeister zeigt sich unsportlich und setzt die Tagesordnung ab. Damit hat er ein ablehnendes Votum der Gemeinde Bad Schönborn verhindert.

Wie unterscheiden sich die Positionen der Parteien in Bad Schönborn? Auf der Grundlage der Stellungnahmen der drei Gemeinderatsfraktionen und der Grünen Welle zeigt sich folgendes Bild:

Umgehungsstraße wird grundsätzlich abgelehnt:

  • CDU: Nein
  • Freie Wähler: Nein
  • SPD: Nein
  • Grüne Welle: Nein

Geplante Trasse wird auf Basis der Planfeststellungsunterlagen abgelehnt

  • CDU: Nein
  • Freie Wähler: Ja
  • SPD: Ja
  • Grüne Welle: Ja

Geplante Trasse ist auf Basis der Planung mehr eine Schnellstraße als eine Ortsumgehungsstraße:

  • CDU: Nein
  • Freie Wähler: Ja
  • SPD: Ja
  • Grüne Welle: Ja

Trassenalternativen sind weiter möglich:

  • CDU: Nein
  • Freie Wähler: Ja
  • SPD: Ja
  • Grüne Welle: Ja

Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an den Hauptstraßen sollten schnellstmöglich erarbeitet werden:

  • CDU: keine Aussage
  • Freie Wähler: keine Aussage
  • SPD: Ja
  • Grüne Welle: Ja

Gesamtverkehrskonzept und Verkehrsanalyse sind schnellstmöglich zu erstellen:

  • CDU: keine Aussage
  • Freie Wähler: keine Aussage
  • SPD: Ja
  • Grüne Welle: Ja

Bürgerentscheid zur Trassenplanung und zu den Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ist notwendig:

  • CDU: keine Aussage
  • Freie Wähler: keine Aussage
  • SPD: keine Aussage
  • Grüne Welle: Ja

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